Tierforschung und Alternativmethoden

  • Für die Durchführung unserer aktuellen und zukünftigen Forschung sind Tierversuche unerlässlich.
  • Ohne Tierversuche wäre die Entwicklung von Medikamenten und wirksamen Maßnahmen gegen Umweltschadstoffe nicht möglich.
  • Das IUF führt ausgewählte Projekte zur Entwicklung von Ersatzmethoden zum Tierversuch durch.


Zur Erfüllung seiner Forschungsmission – der molekularen Prävention umweltinduzierter Gesundheitsstörungen – führt das IUF zahlreiche öffentlich geförderte Projekte sowohl in der Grundlagenforschung wie auch in der angewandten Forschung durch, die den Einsatz von Tiermodellen erfordern. Diese nehmen eine wesentliche Rolle in der modernen Forschung ein und sind immer dann erforderlich, wenn komplexe Reaktionen des gesamten Organismus untersucht werden sollen, wie z. B. Funktionen des Herz-Kreislauf- oder Nerven-Systems oder Entzündungsreaktionen.


Um dem Wohl des Tieres Rechnung zu tragen – Tierschutz ist seit 2002 im Grundgesetz aufgenommen – bedürfen Tierversuche einer Genehmigung. Das ist auf nationaler Ebene im Tierschutzgesetz und in der Tierschutzversuchstierverordnung geregelt.

Grundsätzliches Ziel ist es, Tierversuche auf das unerlässliche Maß zu beschränken! Demnach darf ein Tierversuch nur dann durchgeführt werden, wenn er unerlässlich, d.h. die Fragestellung nicht durch alternative Methoden untersucht werden kann, und auch ethisch vertretbar ist. Dazu bedarf es der Abwägung zwischen (i) dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und dem ggf. daraus zu erwartenden Beitrag zur Gesundheit von Menschen und (ii) der entstehenden Belastung des Tieres im Versuch.

Es liegt in der Verantwortung unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in enger Zusammenarbeit mit den Tierschutzbeauftragten und Experten der Versuchstierhaltung im Vorfeld der Antragstellung dem bereits 1959 von Russell und Burch dargelegten sog. „3R-Prinzip“ Rechnung zu tragen. Die 3 R stehen dabei für Refinement, Reduction und Replacement, auf Deutsch also Verfeinerung, Verringerung und Ersatz. Unter „Refinement“ versteht sich dabei die Optimierung der Herangehensweise im Experiment, um die Versuchsbedingungen für das Tier so wenig belastend wie möglich zu gestalten und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden des Tieres so gering wie möglich zu halten. Exakte Versuchsplanungen sowie innovative mathematische Verfahren führen zur „Reduction“, d.h. der Verminderung der im Versuch eingesetzten Tierzahlen. Nicht zuletzt zielen Aktivitäten im IUF darauf hin, Methoden zu entwickeln, die bei speziellen Fragestellungen Tierversuche ersetzen können und so zum „Replacement“ beitragen. Beispiele sind die aus Landesmitteln erfolgende Projektförderung CERST sowie das vom BMBF geförderte binationale Projekt N3rvousSystem.

Weiterführende Informationen:

Link Tierversuche verstehen
Link DFG: Tierexperimentelle Forschung und Tierschutz
Link Projektbeschreibung CERST
Link Innovative Systemtoxikologie als Alternative zum Tierversuch