Erste Bilanz der NAKO: 50.000 engagierte Teilnehmer machen bundesweit bereits mit

Mit 50.000 Teilnehmern bundesweit ist die NAKO bereits jetzt größer als alle anderen bevölkerungsbezogenen Gesundheitsstudien in Deutschland. Sie bietet damit eine umfangreiche Forschungsplattform, um die Entstehung chronischer Krankheiten wie Krebs, Demenz, Diabetes, Infektionskrankheiten und Atemwegserkrankungen wissenschaftlich zu untersuchen. Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) betreibt gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf (IUF) eines von bundesweit 18 Studienzentren.

Heidelberg/Düsseldorf, 20.04.2016. Mit Silke Janetzek wurde in Berlin die bundesweit 50.000ste Probandin der NAKO begrüßt. „Wir freuen uns über diesen wichtigen Meilenstein, signalisiert er doch, dass die NAKO in der Bevölkerung Fuß fasst. Unser Ziel ist aber noch längst nicht erreicht. In den nächsten Jahren gilt es, insgesamt 200.000 Männer und Frauen zu überzeugen, an der Studie teilzunehmen“, so Professor Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender des Vereins Nationale Kohorte e.V.

Der Studienname „Nationale Kohorte“, der einen bevölkerungsmedizinischen wissenschaftlichen Hintergrund hat, kam nicht immer gut an. Das zeigten Rückmeldungen aus den Studienzentren. „Leider wurde der Name immer wieder mit rechtsextremen Parteien und militaristischen Absichten in Verbindung gebracht“, bestätigt Frau Nina Ebert, Leiterin des NAKO-Studienzentrums am Deutschen Diabetes-Zentrum. Das sei keine einfache Sache, gerade für die Kontakterinnen und Kontakter in den Studienzentren, die sich tagtäglich am Telefon engagieren, um die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger für die Teilnahme an der Studie zu gewinnen. Im Sinne einer besseren Akzeptanz in der Bevölkerung hat der Verein den Studiennamen in NAKO-Gesundheitsstudie geändert. Denn, so Henrik Becker, administrativer Vorstand des Vereins: „Der neue Name drückt aus, worum es im Kern der Studie geht, nämlich um mehr Gesundheit für uns alle“. Und weiter: „Für dieses integrative Forschungsvorhaben bitten wir jeden eingeladenen Bürger, jede Bürgerin, an der Studie teilzunehmen.“

Die NAKO in Düsseldorf
In Düsseldorf wurden bis April 2016 bisher über 1.900 Menschen untersucht. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden sind positiv. Diesen Trend bestätigt auch Frau Dr. Tamara Schikowski, die verantwortliche wissenschaftliche Leiterin aus dem IUF: „Die meisten Studienteilnehmer sind neugierig, interessiert und engagiert. Trotz des Untersuchungsprogramms von dreieinhalb bis sechs Stunden wollen sie der Gesellschaft mit ihrer Teilnahme etwas zurückgeben.“ Vor allem die eigenen Untersuchungsergebnisse sind von großem Interesse. Jeder kann sich und seinen Körper ausprobieren und etwas über seine Gesundheit erfahren.

Hintergrund
Die NAKO untersucht in den nächsten 10 Jahren bundesweit 200.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren. Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Demenz, Diabetes und andere zu verbessern. Um die Zusammenhänge zwischen der Entstehung dieser Krankheiten und dem Lebensstil der Betroffenen besser zu verstehen, werden neben medizinischen Untersuchungen auch umfangreiche Befragungen zu den Lebensgewohnheiten wie Ernährung, körperliche Fitness, Arbeitssituation und soziales Umfeld der Teilnehmenden, durchgeführt. Die Studie wird gefördert vom Bund, den Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.nako.de

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft – das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der größten Studie dieser Art in Deutschland. Ziel der Studie ist die Erforschung von Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Volkskrankheiten sowie die Möglichkeit ihrer Vorbeugung und Früherkennung. Bundesweit werden 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 im Rahmen der NAKO untersucht. Die voraussichtliche Laufzeit der Studie beträgt 20 bis 30 Jahre.

Für die Durchführung der Studie haben sich 13 Universitäten, vier Helmholtz-Zentren, vier Leibniz-Institute und zwei Ressortforschungseinrichtungen zum Verein Nationale Kohorte e. V. zusammengeschlossen. In 18 Studienzentren werden die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer befragt und untersucht. Das Untersuchungsprogramm umfasst Befragungen zur Lebenssituation, medizinische Untersuchungen und die Entnahme von Bioproben. Nach 5 Jahren werden alle Probanden zu einer zweiten Untersuchung eingeladen. Im Rahmen der Studie wird größter Wert auf die Einhaltung von ethischen und datenschutzrechtlichen Bestimmungen, die Wahrung der Privatsphäre sowie die Vertraulichkeit der Daten gelegt. Die Verfahren wurden mit dem Bundesdatenschutzbeauftragtem und den Ethikkommissionen abgestimmt. Gefördert wird die Studie vom Bund, den Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft.