AG Reinke: Chronobiologie und Umweltmedizin

Liaisongruppe zwischen dem IUF und dem Institut für Klinische Chemie der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität

Arbeitsgruppenleiter:
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Hans Reinke tl_files/bilder/mail.gif CV
(Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Telefon: 0211-8119011

Forschungsprofil

Diese Arbeitsgruppe untersucht die Relevanz zirkadianer Rhythmen für umweltinduzierte Alterungsprozesse. Zirkadiane Uhren befähigen Zellen und Organismen dazu, täglich wiederkehrenden umweltbedingten Stress zu antizipieren, indem sie die Regulation einer Vielzahl von Stoffwechselfunktionen an die jeweilige Tageszeit anpassen. Schwerwiegende Beeinträchtigungen zirkadianer Regulationsmechanismen verhindern daher, dass essentielle zelluläre Schutzfunktionen wie Stressantwort und Detoxifikation, die für umweltinduzierte Alterungsprozesse von pathogenetischer Bedeutung sind, zum erforderlichen Zeitpunkt ausgeführt werden.

Projekte

Projekt 1: „Regulation der Autophagie durch die zirkadiane Uhr und die Bedeutung dieses Zusammenhangs für Alterungsprozesse in Säugetieren.“
Im Vergleich zu jungen Zellen weisen gealterte Zellen veränderte Expressionsmuster spezifischer Uhrengene auf. Wir haben gefunden, dass diese Veränderungen ursächlich zu verminderten Autophagieleveln bei Zellalterung beitragen. Wir wollen die beteiligten Regulationsmechanismen aufklären und verstehen wie zirkadiane Uhren und Autophagie bei Alterungsprozessen zusammenwirken. Dieses Projekt wird in enger Kooperation mit den Arbeitsgruppen Boege (HHU) und Ventura (HHU/IUF) durchgeführt. 

Projekt 2: „Die Rolle des Transkriptionsfaktors Hitzeschockfaktor 1 (HSF1) im zirkadianen System von Säugetieren.“
Wir interessieren uns insbesondere für umweltbedingte Noxen und metabolische Signale, die zur zirkadianen Aktivierung von HSF1 in peripheren Organen führen und die daran beteiligten molekularen Mechanismen. Dieses Projekt wird von der DFG gefördert.

Projekt 3: „Molekulare Regulationsmechanismen bei der Phasenverschiebung zirkadianer Uhren.“
Um exogenen und endogenen Noxen optimal entgegenwirken zu können wird die Phase jeder zirkadianen Uhr fortlaufend durch sogenannte Zeitgeber-Signale an die geophysikalische Zeit angepasst. Wir vermuten, dass nicht alle Komponenten der zirkadianen Uhr gleichzeitig solche Signale verarbeiten, sondern dass einzelne Oszillatorbestandteile die primären Signalempfänger sind, während die übrigen Uhrenkomponenten nachgeschaltet sind und sich indirekt an die neue Phase anpassen. Dieses Projekt wird von der German-Israeli Foundation (GIF) gefördert. 

Kooperationen

IUF-intern:
AG Fritsche
AG Krutmann
AG Ventura

National:
Prof. Dr. Fritz Böge, Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD)
Prof. Dr. Charlotte von Gall, Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD)

Ausgewählte Publikation

Reinke H, Saini C, Fleury-Olela F, Dibner C, Benjamin IJ, Schibler U: Differential display of DNA-binding proteins reveals heat-shock factor 1 as a circadian transcription factor. Genes Dev 22(3): 331-345, 2008. [pubmed] (open access)